Die Karl Pouva AG wurde 1939 in Freital (Sachsen) gegründet und begann zunächst mit der Herstellung einfacher Diaprojektoren für den privaten Gebrauch. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, ab 1951, nahm das Unternehmen zusätzlich die Produktion preisgünstiger Kameras auf – ein Bereich, der dem Unternehmen später zu großer Bekanntheit verhelfen sollte.
Die berühmte Pouva Start – Fotografie für alle
Das bekannteste Modell war die Pouva Start, eine Mittelformat-Sucherkamera für 120er-Rollfilm im Format 6×6.
Sie bestand überwiegend aus Bakelit, einem damals weit verbreiteten Kunststoff, und war mit einem schlichten Meniskus-Objektiv ausgestattet. Trotz dieser Einfachheit lieferte sie überraschend gute Bildresultate.
Einführung: ab 1951
Preis: 16,50 Mark – damit für viele Kinder und Jugendliche der erste erschwingliche Einstieg in die Fotografie
Objektiv: Einfaches Meniskusobjektiv
Verschlusszeiten: B und ca. 1/30 Sekunde
Besonderheit: Robuste Bauweise, leicht zu bedienen, sehr beliebt im Alltag und auf Reisen
Die Pouva Start wurde nicht nur in der DDR, sondern auch in sozialistischen Partnerländern verkauft und entwickelte sich dort ebenfalls zu einem Klassiker.
Neben der originalen Pouva Start produzierte Pouva noch mehrere Varianten und Schwester-Modelle:
Weiterentwicklung der ursprünglichen Start
Verbesserte Bedienungsmerkmale
Teilweise modernere Frontgestaltung
Gleicher Filmtyp und Grundaufbau wie die Start
In den 1960er Jahren produziert
Teilweise unter anderen Markennamen verkauft
Oft mit leicht abweichenden Designvarianten
Vertrieb u. a. in osteuropäische Länder
Vor und neben der Kameraherstellung stellte Pouva umfangreich Diaprojektoren her:
Pouva Record
Pouva Ideal
Pouva Junior
Diese Geräte waren weit verbreitet und hatten einen großen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens.
Zwar war Pouva hauptsächlich für Mittelformatkameras bekannt, jedoch gab es in den 1960er Jahren Prototypen für einfache Kleinbildkameras, die jedoch nie in Serie gingen.
Prototypen für einfache Kleinbildkameras, die jedoch nie in Serie gingen.
In den 1960er Jahren wurde die Produktion vereinfacht und stärker auf Massenfertigung ausgerichtet.
Einige Quellen berichten, dass Pouva nach und nach in volkseigene Strukturen integriert wurde.
Ende der 1960er Jahre wurde die Kameraproduktion deutlich zurückgefahren, da moderne Kameratypen anderer DDR-Hersteller (wie Pentacon) den Markt dominierten.
Die Pouva Start blieb jedoch aufgrund des niedrigen Preises bis ins späte 1960er Jahre populär.
Heute gelten die Kameras von Pouva als beliebte Sammlerstücke und als wichtiger Bestandteil der Fotografiegeschichte der DDR – besonders, weil sie Fotografie für viele Menschen überhaupt erst zugänglich machten.
