Dacora – Kamerawerk Reutlingen


Dacora – Kamerawerk Reutlingen

 

Die Dacora-Kamerawerke wurden am 1. Januar 1946 von Bernhard Dangelmaier in Reutlingen gegründet. Anfangs firmierte das Unternehmen als Dangelmaier & Co., später als Daco – D & Co., bevor ab 1960 der Name Dacora-Kamerawerk Dangelmaier & Co. genutzt wurde.

Dacora wurde bekannt für preisgünstige, solide Amateurkameras und entwickelte im Laufe der Jahre über 100 verschiedene Modelle, darunter Boxkameras, Klappkameras, Sucherkameras und Kleinbildkameras. Später fertigte das Unternehmen auch Instamatic- und Rapid-Kameras, teils für Handelsketten wie Karstadt, Porst oder Revue.

 

Beliebte Modelle waren unter anderem:

Dacora Digna (1954–1961) – über eine Million Stück produziert

Dacora Daci – einfache, weit verbreitete Boxkamera

Dacora Super Dignette – hochwertige Kleinbild-Sucherkamera

Dacora Royal – eines der letzten anspruchsvolleren Modelle

 

In den 1950er-Jahren war Dacora zudem einer der wichtigsten Arbeitgeber in Reutlingen, mit über 100 Beschäftigten.

1969 übernahm die US-amerikanische Firma Leach Relais und Elektronik das Unternehmen. Der Firmensitz wurde 1972 nach München verlegt, während das Werk in Reutlingen zunächst erhalten blieb. Noch im selben Jahr wurde jedoch die gesamte Produktion eingestellt – unter anderem aufgrund des starken Wettbewerbs durch japanische Kamerahersteller, sinkender Margen und wirtschaftlicher Probleme des Mutterkonzerns.

Damit endete die Geschichte eines traditionsreichen Herstellers, der die deutsche Kameraindustrie über Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt hatte.


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