Certo-Kamera-Werk


Certo-Kamera-Werk – Geschichte einer Traditionsmarke

 

Das Certo-Kamera-Werk wurde 1902 in Dresden gegründet. Bereits ab 1905 verwendete das Unternehmen den Namen Certo für seine Kameras. Anfangs entstanden vor allem Plattenkameras mit Holzgehäusen.

1935 brachte Certo seine erste Kleinbildkamera, die Dollina, auf den Markt. 1938 folgte die weiterentwickelte Super Dollina, die technisch und gestalterisch deutlich überlegen war.

Während des Zweiten Weltkriegs musste die zivile Produktion auf Rüstungsaufträge umgestellt werden. Trotz der schweren Bombenangriffe 1945 blieb das Werk unzerstört und konnte bereits 1946/1947 den Betrieb wieder aufnehmen. 1948 entwickelte Werkingenieur Erhard Hempel eine neue 35-mm-Klappkamera und baute bestehende Modellreihen weiter aus. Diese Kameras wurden sowohl für den Inlands- als auch für den internationalen Markt gefertigt.

1953 erfolgte die Umwandlung in eine offene Handelsgesellschaft unter der Firmierung Certo-Kamerawerk von der Gönna & Söhne, geleitet von der Familie von der Gönna. 1959 stieg der Staat mit 30 % ein, behielt der Betrieb aber weiterhin Entscheidungsfreiheit. 1972 wurde das Werk verstaatlicht und firmierte fortan als VEB Certo-Kamerawerk Dresden. Betriebsleiter war weiterhin Armin von der Gönna.

Ab 1980 gehörte das Werk zum Kombinat VEB Pentacon Dresden, blieb aber juristisch eigenständig. In den 1970er Jahren begann die Produktion von Kameras mit dem SL-Kassetten-System.

Die Fertigung von Certo-Kameras endete im Dezember 1982. Danach diente das Werk nur noch als Zulieferbetrieb für Pentacon. Mit der Einbindung in das Zeiss-Kombinat 1985 wurde das ehemalige Certo-Kamerawerk endgültig ein Fertigungsbereich innerhalb des VEB Pentacon.

Damit endete die eigenständige Geschichte einer bedeutenden Traditionsmarke der Dresdner Fotografie.


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