Bilora-Werke


Geschichte der Bilora-Werke

Die Geschichte von Bilora begann im Jahr 1909, als der Kaufmann Paul Finger die Firma in Barmen-Rittershausen (heute ein Stadtteil von Wuppertal) gründete. Der Firmenname „Bilora“ leitet sich aus der Bezeichnung „Billige Camera“ ab. Anfangs stellte das Unternehmen vor allem Kameras für Rollfilme und Platten her.

In den 1920er- und 1930er-Jahren entwickelte sich Bilora zu einem bedeutenden deutschen Kamerahersteller. Besonders bekannt wurden die preisgünstigen Klappkameras sowie die vielseitigen Boxkameras, die sich an Amateurfotografen richteten. Mit erschwinglichen und robusten Modellen konnte Bilora auch international Erfolge erzielen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die zivile Kameraproduktion weitgehend eingestellt. Nach Kriegsende gelang dem Unternehmen jedoch ein schneller Wiederaufbau. Bereits Ende der 1940er Jahre wurden wieder Kameras gefertigt. In den folgenden Jahrzehnten entstanden zahlreiche erfolgreiche Modelle, darunter die bekannten Bilora Box- und Bilora Bella-Kameras.

In den 1950er- und 1960er-Jahren gehörte Bilora zu den bekanntesten westdeutschen Herstellern von Amateurkameras. Besonders die Bilora Bella-Reihe erfreute sich großer Beliebtheit und wurde in hohen Stückzahlen produziert. Daneben fertigte das Unternehmen auch Projektoren, Zubehör und Stative.

Mit dem zunehmenden Wettbewerb durch japanische Hersteller geriet die deutsche Kameraindustrie in den 1970er Jahren unter Druck. Wie viele andere traditionsreiche Unternehmen musste auch Bilora die eigene Kameraproduktion schrittweise einstellen.

Heute existiert die Marke Bilora weiterhin, allerdings nicht mehr als Kamerahersteller. Der Name wird vor allem für Fotozubehör wie Stative, Taschen und Beleuchtungstechnik verwendet. Die historischen Bilora-Kameras sind heute beliebte Sammlerobjekte und erinnern an einen der bedeutenden Hersteller der westdeutschen Fotoindustrie.


Altix III